Rechtliche Situation

Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Tschechien: Der vollständige Leitfaden

Kündigung, Aufhebungsvertrag oder fristlose Kündigung — wie ein Arbeitsverhältnis in Tschechien tatsächlich endet, welche Abfindung zusteht und wo Arbeitnehmer am häufigsten benachteiligt sind.

ArbeitsrechtTschechien8 Min. Lesezeit
Titelbild

Wege der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Das tschechische Recht kennt mehrere Wege zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses: durch Aufhebungsvertrag (dohoda), Kündigung durch eine der Parteien (výpověď), fristlose Kündigung aus schwerwiegendem Grund (okamžité zrušení) und Beendigung während der Probezeit. Jeder Weg hat unterschiedliche Voraussetzungen und Folgen.

Kündigungsgründe und -fristen

Ein Arbeitgeber kann nur aus bestimmten gesetzlich vorgesehenen Gründen kündigen (z. B. Wegfall der Stelle, gesundheitliche Nichteignung, wiederholte Pflichtverletzung) — nicht ohne Grund. Die reguläre Kündigungsfrist beträgt mindestens zwei Monate, sofern keine längere vereinbart wurde, und beginnt am ersten Tag des Folgemonats.

Abfindung

Bei einer Kündigung aus betrieblichen Gründen (z. B. Wegfall der Stelle) oder bestimmten gesundheitlichen Gründen hat der Arbeitnehmer in der Regel Anspruch auf eine gesetzliche Abfindung, die sich nach der Beschäftigungsdauer richtet. Die genaue Höhe und der Anspruch hängen vom konkreten Kündigungsgrund ab.

Häufige Fehler

  • Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags, ohne zu prüfen, worauf im Vergleich zu einer Kündigung verzichtet wird.
  • Annahme, dass ein einzelnes Gehaltsproblem automatisch eine fristlose Kündigung rechtfertigt.
  • Versäumen der kurzen gesetzlichen Frist, eine unwirksame Kündigung gerichtlich anzufechten.
  • Keine schriftliche Bestätigung, wann die Kündigungsfrist tatsächlich zu laufen begann.

Wann Sie einen Anwalt kontaktieren sollten

Holen Sie sich Rat, bevor Sie etwas unterschreiben, wenn Ihnen ein Aufhebungsvertrag angeboten wird, Sie eine fristlose Kündigung erhalten oder vermuten, dass der angegebene Kündigungsgrund nicht der tatsächliche ist — wegen der kurzen Fristen kann Zuwarten das Recht auf eine Anfechtung kosten.

Häufig gestellte Fragen

Kann mir ohne Angabe von Gründen gekündigt werden?
Nein — der Arbeitgeber muss sich auf einen der gesetzlichen Kündigungsgründe stützen und diesen schriftlich angeben. Eine Kündigung ohne gültig angegebenen Grund kann angefochten werden.
Auf welche Kündigungsfrist habe ich Anspruch?
Mindestens zwei Monate als gesetzliches Minimum, sofern der Vertrag keine längere Frist vorsieht. Sie beginnt in der Regel am ersten Tag des auf den Zugang der Kündigung folgenden Monats.
Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
In der Regel ja, wenn die Kündigung aus betrieblichen oder bestimmten gesundheitlichen Gründen erfolgt — die Höhe hängt von der Beschäftigungsdauer ab. Sie entsteht nicht automatisch bei jeder Art der Beendigung.
Vertritt mich LawBridge bei einem Kündigungsstreit?
Nein. LawBridge ist eine Plattform, die Sie mit einem unabhängigen Arbeitsrechtsanwalt zusammenbringt — sie erbringt selbst keine Rechtsberatung oder Vertretung.

Benötigen Sie rechtliche Unterstützung?

LawBridge verbindet Sie mit dem richtigen Anwalt für Ihr rechtliches Anliegen.

Den richtigen Anwalt finden